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4.1.2 Pulstastung

Die Tastung des Pulses erlaubt einen wichtigen Überblick über die Funktion des Herz-

Kreislauf-Systems.

Folgende Informationen können aus der Pulstastung gewonnen werden:

Herzfrequenz (Anzahl der Pulsschläge)

Rhythmus (Regelmäßigkeit des Herzschlages)

Herzkraft (Intensität/Qualität des Pulses)

Durchgängigkeit der Arterien (vergleichend an beiden Armen und Beinen)

Die Tastung des Pulses wird in der Praxis an verschiedenen Stellen des Körpers durchgeführt,

hier wird nur exemplarisch auf die Palpation des Speichenarterie (Art. radialis) eingegangen.

Alter bzw. Geschlecht

Normalwerte der Pulsfrequenz (Schläge/min)

2 Jahre

120

4 Jahre

100

10 Jahre

90

14

85

Frauen

75

Männer

65

Allgemeiner Normalwert: 60-100 Schläge/min. Bei weniger als 60 Schlägen/min spricht man

von Bradycardie, bei mehr als 100 Schlägen/min von Tachycardie. Die Pulsfrequenz sollte an

beiden Armen gleich sein. Die Pulsschläge sollen an beiden Armen gleichmäßig (rhythmisch)

sein. Die exakte Beurteilung erfordert langjährige Übung und Erfahrung

4.1.3 Herzauskultation

Auskultationspunkte:

Aorta

2. ICR rechts, parasternal, Fortleitung in die Carotis

Pulmonalis

2. ICR links, parasternal

Tricuspidalis

Ansatz 5. Rippe rechts parasternal

Mitralis

5. ICR links, Bereich Herzspitze, Fortleitung in die Axilla

Erb

scher Punkt

3. ICR links, parasternal, zusätzlicher Aortenauskultationspunkt

(ICR = Intercostalraum = Zwischenrippenraum; parasternal = neben dem Brustbein)

Unterscheidung der Herztöne:

1. Herzton: dumpf, tief, lauter über Herzspitze, kommt durch Schließen der

Segelklappen (Mitralis,Tricuspidalis) zustande, synchron mit Carotispuls

2. Herzton: hell, hoch, lauter über Herzbasis, kommt durch Schließen der

Taschenklappen (Pulmonalis, Aorta) zustande

Das Intervall der Systole (1.-2. HT) ist kürzer als das der Diastole (2.-1. HT)

Herzfrequenz und Rhythmus werden festgestellt und mit dem Radialispuls verglichen. Ein

Pulsdefizit liegt vor, wenn Herzton und Radialispuls nicht synchron ablaufen.