Table of Contents Table of Contents
Previous Page  44 / 51 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 44 / 51 Next Page
Page Background

Fähigkeit nach der Stauchung in seine ursprüngliche Form zurückzukehren, hält

deutlich länger vor als beim EVA-Schaum. Aus diesem Grund wird vor allem schwe-

ren Sportlern zu einer Zwischensohle aus PU-Schaum geraten. Neue dämpfende

Strukturelemente auf der Basis leichter thermoplastischer Urethane (TPU) kombinie-

ren heute die geringe Dichte von EVA mit den günstigen mechanischen Eigenschaf-

ten der PUs. Auch zur Versteifung eingesetzte Strukturelemente (Torsion Bars), die

das zu starke Verwringen der weichen Laufsohle verhindern, werden häufig aus TPU

hergestellt. Zur besseren Dämpfung werden in der Zwischensohle außerdem Gel-

oder Gaskissen eingesetzt, etwa aus Silikon oder viskosem Polyurethan.

Die Laufsohle schafft die richtige Bodenhaftung verschaffen. Dazu wird traditionell

meist Gummi aus einer Mischung aus Natur- und Synthesekautschuk verwendet.

Während den Laufsohlen im Outdoorbereich, ähnlich wie bei Autoreifen, Ruß zuge-

setzt wird, um den Abrieb zu verbessern, ist dies bei Hallenschuhen nicht möglich,

um unerwünschte schwarze Laufspuren auf Hallenböden zu vermeiden. Daher besit-

zen Hallenschuhe meist eine helle rußfreie Laufsohle. Da für die Laufsohle von

Sportschuhen auch eine die hohe Flexibilität über einen weiten Temperaturbereich

entscheidend ist, wird auch hier immer häufiger auf TPU zurückgegriffen. Ein weite-

rer Vorteil der Verwendung von TPU in Laufsohlen ist, dass die dämpfenden Struktu-

relemente der Zwischensohle sowie die Torsion Bars, als Verbindungsglied zwischen

vorderer und hinterer Laufsohle, ebenfalls aus TPU bestehen und sich die einzelnen

Komponenten so sehr gut miteinander verbinden lassen. Einziger Nachteil der TPU

Sohlen bisher ist die besonders bei Nässe geringere Bodenhaftung gegenüber

Gummi. Zu einer genaueren Diskussion der Kunststoffe im Sportschuh siehe [1].

3 Die Chemie im Turnschuh untersuchen

Das Baumdiagramm in Abb. 2 gibt eine Übersicht über mögliche Experimente zur

Chemie im Turnschuh. Die Anordnung erlaubt eine Übersicht hinsichtlich der ver-

schiedenen Komponenten des Sportschuhs und verschiedener Versuchsebenen

(einfache Materialtests, Eigenschaften untersuchen, Kunststoffherstellung). Viele

dieser Experimente lassen sich bereits in der Sekundarstufe I durchführen. Eine Ta-

belle in der Online-Ergänzung gibt genauere Angaben zu den einzelnen Versuchen.

Das einfache Auftrennen alter Sportschuhe erlaubt einen praktischen Zugang zum

Thema. Zunächst werden lose Bestandteile, wie Schnürsenkel oder Einlegesohle,

entfernt. Danach kann man die Schuhe mit einem Teppichmesser in seine Bestand-

teile zerlegen. So lernen die Schülerinnen und Schüler den Aufbau eines Turnschuhs

kennen und entdecken die zahlreichen Materialien, aus denen der Schuh besteht.

Zur Untersuchung der unterschiedlichen Materialien eignen sich einfache Material-

tests. Hierbei können Verformbarkeit und Zugfestigkeit verglichen oder die Nadelpro-