Abb. 1: Aufbau eines Sportschuhs [1]
sammenhang von Werk- oder Kunststoffen das ganze Kompetenzspektrum anspre-
chen oder überprüfen kann.
2 Die Chemie im Turnschuh – ein Überblick
Ein Sportschuh ist ungeheuren Belastungen ausgesetzt ist. Wenn etwa ein Freizeit-
läufer 30 Kilometer pro Woche zurücklegt und seinen Laufschuh ein halbes Jahr
trägt, so prallt jeder Schuh mehr etwa 250000 Mal auf den Boden, wobei die Wucht
des Aufpralls jeweils rund 200 Kilogramm beträgt. Dabei wird verlangt, dass der Auf-
prall sowohl im Winter als auch im Sommer abgefedert wird, die Sohle nicht versteift
und der Fuß über den gesamten Belastungszeitraum stabilisiert bzw. die natürliche
Bewegung des Fußes unterstützt wird. Berücksichtigt man, dass jedes kleine Rut-
schen sowie jede Form von Instabilität des Fußes oder des Schuhs den Sportler zu
Ausgleichsbewegungen zwingen, die neben dem unnötigen Verbrauch von Energie
auch das Verletzungsrisiko erhöhen, so wird die Wichtigkeit der in Sportschuhen ver-
arbeiteten Materialien ersichtlich.
Neben Aussehen, Markenimage und Preise sind beim Sportschuh also auch Funkti-
on, Bequemlichkeit und Passung zum angestrebten Einsatz wichtig. Diese Eigen-
schaften werden nicht nur vom Schnitt und
Design bestimmt, sondern auch von den
verwendeten Materialien. So kann man
entlang des Sport- und Freizeitschuhs viel
über das Struktur-Wirkungs-Denken lernen.
Es kann hinterfragt werden, warum be-
stimmte Materialien für die jeweiligen Kom-
ponenten eines Schuhs ausgewählt wer-
den. Die makroskopische Eigenschaften
der einzelnen Materialen können dann un-
tersucht und – abhängig vom Jahrgang -
auf der submikroskopischen Ebene, also
der Ebene der Atome und Bindungen, er-
klärt werden. Vernachlässigt werden sollte
dabei aber nicht die Mesoebene. Die Me-
soebene ist die Ebene von stofflichen
Strukturen, die nur mittelbar auf der Ebene
der Atome und Bindungen erklärbar ist [4
]
,
aber gerade bei Werkstoffen bedeutende
Eigenschaften erst ermöglicht. Betrachtet
man Dämmstoffe in der Sohle oder at-




