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mungsaktive Gewebe, so sind es nicht nur die Eigenschaften der molekularen Struk-

tur, die die gewünschte Wirkung erzielen. Polyurethan wird zum Beispiel in Sportge-

räten von sehr weich bis sehr hart, von sehr leicht bis sehr kompakt eingesetzt. Es ist

die Verarbeitung zu Strukturen und Mesostrukturen. Hierbei geht es um die Frage

etwa wie Makromoleküle vernetzt, welche anderen Stoffe eingeschlossen oder wie

sie als Verbundwerkstoffe genutzt werden. So ist es bei Sportschuhen nicht der Stoff

allein, der die Funktion ausmacht, sondern auch die Verarbeitung etwa in Waben-

strukturen, als Schäume oder Gels. Dies sind wichtige Inhalte beim Lernen über

Werkstoffe, die hier an einem motivierenden Beispiel aus der unmittelbaren Lebens-

welt der Schülerinnen und Schüler einmal thematisiert werden können.

Wie jeder andere Schuh besteht ein Sportschuh grundsätzlich aus vier Komponen-

ten: Einem Schaft, der den Fuß umschließt, einer von unten angesetzten Brandsohle,

einer Zwischensohle und der Laufsohle (Abb. 1).

Der Schaft besteht meistens aus Kunstleder und Mesh. Kunstleder besteht in der

Regel aus einem mit Polyurethan oder Polyvinylchlorid beschichteten Nylongewebe.

Mesh ist ein loses Nylon- oder Polyestervlies, das leicht, gut verformbar ist und luft-

durchlässig ist (bedeckt von einem netzartigen Gewebe und nach innen durch ein

weiteres Gewebe geschützt). Kunstleder benutzt man dort, wo Stabilität und Schutz

wichtig sind, etwa bei Querbewegungen und gegen Schläge von Außen. Mesh wird

dort eingesetzt, wo Flexibilität gefordert ist um unvorteilhafte Reibungspunkte sowie

Faltenbildung zu vermeiden. Zudem werden die Zunge und der Fersenbereich oft-

mals mit einem weichen Polyurethanschaum gepolstert. Im Bereich des Oberschuhs

kommt es außerdem zur Verwendung von thermoplastischen Polyurethanen. Echtes

Leder findet man bei Sportschuhen heute nur noch selten, etwa als Applikationen

oder im Hochpreissegment. Ein Vorteil von Leder wäre, dass es dem Schaft Festig-

keit verleiht und den Fuß vor äußeren mechanischen Einflüssen sehr gut schützt.

Die Brandsohle stellt das Verbindungsglied zwischen dem Schaft und der Sohle dar.

Sie wird an die Unterseite des Schaftes angenäht oder angeklebt. Da der Material-

wechsel zwischen Schaft und Sohle in einem Bereich mit starker mechanischer Be-

anspruchung stattfindet, muss die Brandsohle aus sehr festem und strapazierfähi-

gem Material sein. Hierzu verwendet man häufig ein robustes Polyestergewebe oder

Texon, ein Vlies auf Cellulosebasis. Auf der Seite des Fußes wird die Brandsohle oft

noch mit weiteren Materialien, wie zum Beispiel einem dünnen Polyurethanschaum

beklebt.

Die Zwischensohle ist entscheidend für die Dämpfung und Unterstützung der Ein-

wärtsdrehung des Fußes. Hierzu werden hauptsächlich geschäumtes Polyethylenvi-

nylacetat (EVA) und Polyurethan (PU) eingesetzt. EVA-Schaum ist preisgünstiger

und leichter. PU-Schaum hat aber die günstigeren mechanischen Eigenschaften. Die