Table of Contents Table of Contents
Previous Page  18 / 51 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 18 / 51 Next Page
Page Background

die ersten, die bei den Olympischen Spielen 2000 mit solchen Anzügen, die

eine besonders gut anliegende Faser aus Elastan

®

(Polyurethan) starteten. In

der Zwischenzeit haben viele Schwimmer einen solchen Anzug. Allerdings

sind die Anzüge nicht ganz billig, so dass sich auf Kreis- und Bezirksebene oft

nicht jeder Schwimmer einen solchen Anzug leisten kann.

Abb. 4: Formelausschnitt eines Polyurethans

Der deutsche Schwimmverband erwägt deshalb, die Schwimmanzüge für

deutsche Schwimmer bei allen Wettkämpfen zu sperren, durch die gleichen

Bedingungen auf nationaler Ebene würde so wieder Gerechtigkeit herrschen,

aber gleichzeitig wären die deutschen Sportler auf internationaler Ebene be-

nachteiligt.

Funktionskleidung

Mobil ist man, wenn man unabhängig ist. Ein Läufer, der unabhängig vom

Wetter sein Lauftraining gestalten kann, ist seinem Konkurrenten der nur bei

schönem Wetter trainiert gegenüber im Vorteil.

Jogging bei Wind und Regen ist nicht nur für den Menschen, sondern auch für

seine Kleidung eine Herausforderung. Einerseits muss die Sportkleidung den

verdampfenden Schweiß nach außen leiten, damit kein Wärmestau entsteht,

und den flüssigen Schweiß aufsaugen, damit der Körper des Sportlers trocken

bleibt und er sich wohl fühlt. Andererseits muss sie den Aktiven vor Wind

schützen, um eine Unterkühlung zu vermeiden, und Regentropfen abstoßen,

damit die Kleidung nicht schwer wird und kein Nässegefühl entsteht.

Früher wurde Baumwolle als Material für Sportkleidung empfohlen. Die Cellu-

lose hält zwar warm und lässt Luft durch, nimmt aber sehr leicht Wasser

Schweiß und Regen

auf. Die von Bob Gore entwickelte und nach ihm be-

nannte Gore-Tex

-Membran hat die Sportkleidung revolutioniert. Die hauch-

dünne Membran aus Polytetrafluorethen (ein Material, dass u.a. auch unter

dem Handelsnamen Teflon

zur Beschichtung von Bratpfannen dient) besitzt

1,4 Milliarden Mikroporen pro Quadratzentimeter. Die Porengröße ist so, dass

gasförmiges Wasser

verdunstender Schweiß

hindurch kann, Regentropfen

hingegen abperlen. Nachteilig ist lediglich, dass der flüssige Schweiß nicht

aufgesaugt wird. Dieses Defizit hat beispielsweise das neue HIGH

2

OUT-

Laminat der Firma Sympatex

nicht. Dieses Verbundmaterial passt seine

Wasserdurchlässigkeit der Schweiß-Menge an. Auf der Körperseite befindet

sich eine Wasser saugende Lage. Die darauf laminierte Membran hat hydro-

phobe und hydrophile Elemente, vergleichbar einer Mauer aus Steinen, die mit

Mörtel verklebt sind. Die kleinen hydrophilen Kanäle (vergleichbar dem Mörtel)

kann lediglich das gasförmige Wasser, also der verdunstende Schweiß,

durchqueren. Regentropfen von draußen können hingegen nicht nach innen.

Sie perlen ab. Bei erhöhter Temperatur und Luftfeuchtigkeit, die nur auf der

N

N O

O

O

O

(CH

2

)

4

H

H

n