Skript Teststreifen
Bremerhaven 2025 Labormedizin (26. 2.; 5. 6. 14,8, 2025)
Schulchemiezentrum
Dipl. Ing (FH) Wolfgang Proske
Bahnhofstr. 18, 06895 Zahna-Elster
Tel: 034924 / 20648,
Fax: 034924 / 20011
www. schulchemiezentrum. de,
wolfgang_proske@ web.de
Labormedizin im Chemieunterricht,
oder
Harnteststreifen als Quelle neuer experimenteller Ideen
Wolfgang Proske, Robert Gintrowicz, Martin Schwab
Einleitung
Labormedizin, ein erster Einstieg
Die Bedeutung von Laboruntersuchungen in der ärztlichen Praxis
Anamnese und körperliche Untersuchung als Entscheidungskriterium für Laboruntersuchungen
Der Check – up der gesetzlichen Krankenkassen
Harnanalytik mit Teststreifen
Chemische Grundlagen der Nachweisreaktionen
Experimentieranleitungen
Herstellungsvorschriften für die Reagenzien
Literatur
Einleitung
In jedem Krankenhaus werden Laboruntersuchungen durchgeführt. Auch in der Arztpraxis kommt es gelegentlich vor, dass Untersuchungen von Blut und Urin durchgeführt werden. Deshalb sollen hier auch einige Aspekte einmal thematisiert werden. Als ehemaliger medizinisch – technischer Fachassistent für klinische Chemie möchte ich daher mal aus dem „Nähkästchen plaudern“, und die analytische Chemie unter einem ganz anderen Gesichtspunkt präsentieren. Zunächst werde ich auf die Bedeutung von Laboruntersuchungen eingehen. Es folgen Anmerkungen zur Aussagekraft von Laborbefunden. Im Praktikum können Modellexperimente durchgeführt werden.
Labormedizin, ein erster Einstieg
Die Labormedizin ist ein fachübergreifendes Fachgebiet der Medizin, dessen Aufgabe die Untersuchung von Körperflüssigkeiten und Geweben zum Zwecke der Diagnostik sowie zur Verlaufs– und Therapiekontrolle.
Folgende Fachgebiete gehören zur Labormedizin:
Klinische Chemie
Hämatologie
Hämostaseologie (Blutgerinnung)
Blutgruppenserologie
Endokrinologie
Immunologie
Mikrobiologie
Humangenetik
Pathologie
Fachgebiet Aufgaben
Klinische Chemie Bestimmung chemische Bestandteile
Hämatologie Untersuchung der Blutzellen
Blutgerinnung Überprüfung der Blutgerinnung,
Blutgruppenserologie Untersuchungen zur Bluttransfusion
Endokrinologie Untersuchung zum Hormonstatus
Immunologie Antikörper- Bestimmung
Mikrobiologie Bakteriologie, Serologie, Parasitologie
Humangenetik Bestimmung genetischer Merkmale
Pathologie Gewebeuntersuchungen bei Lebenden und Toten
Die Bedeutung von Laboruntersuchungen in der ärztlichen Praxis

objektive Befunde
Diagnostik im Frühstadium
Beurteilung des Therapieerfolges
Differentialdiagnostik
Verlaufskontrolle von Erkrankungen
Abklärung unklarer Prozesse
rechtzeitige Erkennung abwendbar gefährlicher Verläufe
Erklärungen:
Man unterscheidet subjektive, das heißt vom Patienten angegebene Symptome und objektive, das heißt vom Arzt ermittelte Symptome.
Viele Veränderungen lassen sich bereits frühzeitig durch Blutuntersuchungen feststellen, d. h. lange bevor der Patient über Beschwerden klagt.
Rechtzeitige Erkennung abwendbar gefährlicher Verläufe heißt, durch engmaschige Kontrollen lassen sich Komplikationen früh erkennen und man kann dann sofort eingreifen
Anamnese und körperliche Untersuchung als Entscheidungskriterium für Laboruntersuchungen
Grundlagen der körperlichen Untersuchung
Jede Konsultation in einer Arztpraxis beginnt mit einem Gespräch über den Anlass der Konsultation. Weitere Details erfragt. Dieses Gespräch nennt man Krankengeschichte oder Anamnese. Eine körperliche Untersuchung folgt in der Regel. Aus diesen Ergebnissen wird über das weitere Vorgehen entschieden. Die Anamnese (Vorgespräch) und die körperliche Untersuchung laufen nach einem bestimmten Schema ab.
Stellenwert für die Diagnostik
60 % aller Diagnosen durch sorgfältige Anamnese, weitere
25 % aller Diagnosen durch sorgfältige Untersuchung, nur
15 % aller Diagnosen erfordern zusätzlichen technischen Aufwand!
Die Erhebung der Anamnese
Anamnese (griechisch anamnesis = Erinnerung) ist das Gespräch des Patienten mit dem Arzt. Dabei spielt natürlich die Befragung des Patienten eine zentrale Rolle. Sie ist der Kernpunkt der Arzt – Patienten -Beziehung. Dabei spielen menschliche und sachliche Effekte gleichermaßen eine Rolle. In diesem Gespräch entwickelt sich das zwingend erforderliche Vertrauensverhältnis, welches für eine erfolgreiche Behandlung unabdingbar ist.
Sie untergliedert sich in:
Jetztanamnese
Eigenanamnese
Familienanamnese
Sozialanamnese
Allgemeinanamnese
Jetztanamnese
subjektive Gründe, die Anlass der Konsultation sind
Differenzierung der Beschwerden nach den „ 5 W der Journalisten“
wann begonnen, wie stark, welche Art, wo genau, wobei aufgetreten
Eigenanamnese
Vorerkrankungen und bestehende (chronische) Krankheiten
Unfälle
Operationen
Familienanamnese
Erfassung konstitutioneller Faktoren, d.h. Erkrankungen in der Familie
Sozialanamnese
berufliche und soziale Entwicklung
Allgemeinanamnese
Gewichtsveränderungen
Nahrungsmittel (un) Verträglichkeit (en)
Schlafgewohnheiten
Konsum von Alkohol, Nicotin, Coffein, Drogen
verordnete Medikamente und Selbstmedikation
Die körperliche Untersuchung
Sie untergliedert sich in:
Inspektion (Besichtigen) Hippokrates 460 – 377
Palpation (Abtasten) von Kos 4. Jahrhundert v. Chr.
Perkussion (Abklopfen) Auenbrugger 1761
Auskultation (Abhören) Laennec 1818
Verfahren angewandt zur Untersuchung von
Inspektion: Körperbau, Konstitution, Haltung,
Veränderungen von Haut – und Schleimhaut
Palpation: Pulse, Bauchorgane, Wirbelsäule
Perkussion: Reflexe, Nierenlager, Lungengrenzen,
Auskultation: Herz, Lunge, Darmgeräusche, Peristaltik
Lebergröße (Kratzauskultation),
Gefäßveränderungen (Strömungsgeräusch)
Allgemeine Prinzipien der klassischen Untersuchungsmethoden
Inspektion
Unter der Inspektion (lateinisch inspectio = Durchsicht) versteht man die äußerliche Betrachtung des Patienten. Sie bezieht sich auf alles Sichtbare. Beurteilt werden:
Allgemein – und Ernährungszustand (Über – und Untergewicht, Auszehrung)
Körperhaltung, Gang-Bild, Bewegungsablauf, Gestik, Mimik (psychische Verfassung)
Haut, Schleimhäute, Nägel, Haare
Körperbau
Palpation
Unter der Palpation (lateinisch palpare = tasten) versteht man das Abtasten des Patienten. Durch das Abtasten kann die Größe, Form Härte und Oberflächenbeschaffenheit von Körper -regionen und Organen beurteilt werden. Auch lokale Temperaturveränderungen können erfühlt werden. Der Tastsinn ist in den Fingerspitzen besonders gut ausgeprägt. Das Tasten des Radialispulses ist ein wichtiges und häufig angewandtes Palpationsverfahren. Die Palpation von Bauchorganen setzt viel Übung und Erfahrung voraus.
Perkussion
Unter der Perkussion (lateinisch percussio =Erschütterung, Schlag) versteht man das Abklopfen des Körpers. Durch das Klopfen von außen wird das Gewebe erschüttert, dadurch entstehen schallgebende Schwingungen. Das Entstehen der schallgebenden Schwingungen und damit der Charakter des entstehenden Klopfschalles ist vor allem vom Luftgehalt des erschütterten Gewebes abhängig. Lufthaltiges Gewebe ist schwingungsfähig, Knochen und luftleere Weichteile sind nicht schwingungsfähig. Lufthaltige Gewebe geben einen langen Klopfschall, luftleere Gewebe und Knochen einen kurzen Klopfschall. Ziel der Perkussion ist die Bestimmung von Organgrenzen. Bei symmetrisch angeordneten Organen z. B. der Lunge kann mit Hilfe der vergleichenden Perkussion eine Veränderung nachgewiesen werden.
Durch Perkussion kann die Herzgröße ermittelt werden.
Diagnostische Bedeutung der Perkussion:
Untersuchung der Nasennebenhöhlen
Untersuchung der Lungen und des Herzens
Untersuchung des Bauches (Gas – und Flüssigkeitsansammlungen, Organgrenzen)
Untersuchung der Nieren
Untersuchung der Wirbelsäule
Auskultation
Unter der Auskultation (lateinisch auscultare = horchen) versteht man das Abhören des Körpers. Es werden die spontan ablaufenden Schallerscheinungen mit bloßem Ohr oder mittels Stethoskops abgehört. Die Beurteilung der Töne und Geräusche, vor allem wenn sie pathologisch verändert sind, erfordert Übung und lange Erfahrung.
Diagnostische Bedeutung der Auskultation:
Untersuchung der Lunge (Atemgeräusche, pathologische Geräusche)
Untersuchung des Herzens (Herztöne, Rhythmus, Geräusche, Frequenz)
Untersuchung des Bauches (Darmgeräusche, Peristaltik, Lebergrenzen –
Kratzauskultation)
Untersuchung der Gefäße (Verengungsgeräusche)
Leitsymptome
Darunter versteht man objektive (vom Therapeuten festgestellte) oder subjektive (vom Patienten angegebene) Krankheitszeichen, die für das Erkennen von bestimmten Krankheiten richtungsweisend sind.
Organ Leitsymptom
Herz: Schmerzen, Flüssigkeitsansammlung im Gewebe, Atemnot, Blaufärbung der Lippen, Husten, Blässe, Leistungsminderung, Fieber, nächtliches Wasserlassen
Lunge: Atemnot, Auswurf, Husten, Schmerz, Fieber,
Niere: Schmerzen, Flüssigkeitsansammlung im Gewebe, Blut im Urin, Bewusstseinsstörung
Magen: Schmerzen, Gewichtsabnahme,
Darm: Verstopfung, Durchfall
Leber: Gelbfärbung der Haut, Blutungen, Gerinnungsstörungen
Differentialdiagnostik
Unter Differentialdiagnostik versteht man Zusammenstellung möglicher Krankheiten, die von der Symptomatik her entsprechend ihrem Wahrscheinlichkeitsgrad gegeneinander abzugrenzen sind. Sie erfordert langjährige Erfahrungen. Es ist in der Praxis oftmals sehr schwierig, die einzelnen infrage kommenden Krankheitsbilder sicher einander abzugrenzen. Oftmals sind speziellere instrumentelle Untersuchungen erforderlich.
Die exakte Abklärung ist immer erforderlich, wenn dies therapeutische Konsequenzen hat.
An einem sehr einfachen Beispiel soll dieser Sachverhalt erläutert werden:
Beispiel Ikterus (Gelbfärbung der Haut):
(A) starke krampfartige Schmerzen = Verdacht auf akute Gallenblasenentzündung
(B) keine Schmerzen, hohe Leberwerte = Verdacht auf ansteckende Gelbsucht
Diagnostische Abklärung und sich daraus ergebende therapeutische Konsequenzen:
bei A Bildgebende Diagnostik zwecks Ausschluss von Gallensteinen, evtl. Operation
bei B Aufnahme auf die Isolierstation wegen Ansteckungsgefahr, keine Operation
Der Check – up der gesetzlichen Krankenkassen
Diese Gesundheitsuntersuchung der gesetzlichen Krankenkassen dient als Suchtest zur Erfassung von Risikofaktoren für Herz – Kreislauferkrankungen. Sie stellen die Haupttodesursache in den hoch entwickelten Industrieländern dar. Suchtests dienen dazu, Krankheiten im Frühstadium zu erkennen. In diesem Stadium treten noch keine Beschwerden auf, aber es sind schon Veränderungen nachweisbar. Damit die Befunde statistisch auswertbar sind, gibt es hierzu standardisierte Auswerteformulare.
Der Check – up gliedert sich in:
Anamneseerhebung,
körperliche Untersuchung
Laboruntersuchungen.
Laboruntersuchungen im Rahmen eines Check – up
Harnuntersuchungen
Parameter Bedeutung
Glucose Diabetes mellitus
Eiweiß Nierenerkrankungen
Gallenfarbstoffe Krankheiten der Leber und der Gallenwege
Erythrozyten und Leukozyten Krankheiten der Niere und Blase
Blutuntersuchungen
Parameter Bedeutung
Blutsenkung Entzündungen
Glucose Diabetes mellitus
Harnsäure Gicht
Transaminasen Lebererkrankungen
Cholesterin und Trigyceride Fettstoffwechselstörungen
Harnanalytik mit Teststreifen
Die qualitative chemische Harnuntersuchung in der Arztpraxis erfolgt heute im Allgemeinen mit Teststreifen. Auf einem Kunststoffstreifen sind Testfelder mit Reagenzien aufgetragen, welche mit den interessierenden Parametern einen Farbkomplex bilden.
Schwerpunkte der Harnanalyse in der Medizin:
Früherkennung und Überwachung von Diabetes
Glucose, Keton, Ascorbinsäure
Erkennung von Funktionsstörungen und Infektionen der Nieren und des Urogenitaltraktes
pH – Wert, Blut, Protein, Nitrit, Leukozyten, Dichte,
Erkennung und Verlaufskontrolle von Erkrankungen der Leber und der Gallenblase
Bilirubin, Urobilinogen (Gallenfarbstoffe)
Chemische Grundlagen der Nachweisreaktionen
Für den Chemieunterricht sind folgende Parameter interessant:
Glucose
Aceton
Ascorbinsäure
pH – Wert
Protein
Nitrit
Was ist für den Chemieunterricht neu?
Glucose Problematik spezifischer und unspezifischer Nachweis
Aceton haltbares Reagenz, kein Gefahrstoff, Nachweisgrenze
Ascorbinsäure Problematik falsch negativer Nachweis
pH – Wert Prinzip Universalindikator
Protein Nachweisprinzip Proteinfehler
Nitrit haltbares Reagenz, kein Gefahrstoff, Empfindlichkeit
Allgemeines:
Es werden Nachweisreaktionen der Harnanalytik mit Teststreifen thematisiert. Die chemischen Grundlagen der Nachweisreaktionen werden anhand von Modellexperimenten (ohne biologische Materialien) vorgestellt. Es sollen interessante, weniger bekannte, für den Unterricht aber neue Aspekte vorgestellt werden.
1. Nachweis von Glucose mit Teststreifen
Auf dem Teststreifen erfolgt der enzymatische Nachweis. Glucose wird durch das Enzym Glucose – Oxidase zu Gluconsäure und Wasserstoffperoxid oxidiert. Das Wasserstoffperoxid reagiert mit einem Farbentwickler (Chromogen). Es entsteht eine gefärbte Verbindung, die Farbintensität ist von der Glucose-Konzentration abhängig.
2. Störung des Nachweises von Glucose mit Teststreifen durch Ascorbinsäure
Ascorbinsäure ist ein Reduktionsmittel, das in der Lage ist, das Enzym Glucoseoxidase zu inaktivieren. Durch die Ernährung zu viel aufgenommene Ascorbinsäure wird über den Urin wieder ausgeschieden. Die Anwesenheit von Vitamin C bewirkt ein falsch negatives Resultat, das heißt Glucose ist anwesend, ist aber nicht nachweisbar. So kann ein Diabetes mellitus übersehen werden. Deshalb ist ein Warn-Feld für Ascorbinsäure in den Teststreifen integriert.
3. Spezifität des enzymatischen Nachweises von Glucose
Aus der Schule kennen Sie sicherlich den Nachweis von Glucose mit der Fehling-Probe. Viele Stoffe wirken als Reduktionsmittel, beispielsweise Fructose. Beide Stoffe geben eine positive Fehling-Probe. Man spricht hier von einer unspezifischen Reaktion, da viele Stoffe mit Fehling-Reagenz eine positive Reaktion ergeben. Für die Diagnostik des Diabetes mellitus benötigt man eine Methode, die nur Glucose anzeigt. Im ersten Teil des Experimentes untersuchen Sie mehrere Kohlenhydrate mittels Fehling-Probe. Danach führen Sie die Untersuchung der Kohlenhydrat-Lösungen mit den Teststreifen zum Nachweis von Glucose durch. Man spricht von einer spezifischen Reaktion, wenn nur ein Stoff, (kein anderer) diese Reaktion gibt. Das ist beim enzymatischen Nachweis der Glucose der Fall:
Hier lernen Sie eine neue Möglichkeit kennen, die Fehling-Probe durchzuführen.
4. keine Spezifität von Reduktionsproben (Fehling-Probe)
Verschiedene Kohlenhydrate und Ascorbinsäure werden mittels Fehling- Probe untersucht
Reaktionsgleichung:
2 Cu 2+ + CH2OH-(CHOH)4– CH + 5 OH – → Cu2O ↓+ CH2OH – (CH2OH)4 – COO– + 3 H2O
Gluconat-Anion
5. Proteinnachweis Prinzip Eiweißfehler von pH-Indikatoren
Aus dem Chemie- oder Biologieunterricht kennen Sie sicherlich den Eiweißnachweis mit Biuret – Probe oder / und die Xanthoprotein- Reaktion. Diese Verfahren sind zum Nachweis geringer Proteinkonzentrationen, wie sie im Urin vorkommen völlig ungeeignet. Außerdem lassen sich diese Methoden nicht auf ein Teststäbchen adaptieren.
Prinzip Eiweißfehler von pH-Indikatoren
Der pH-Indikator Bromphenolblau liegt bei einem pH-Wert bis 3,0 als gelbe nicht dissoziierte Säure vor. Bei einem pH-Wert über 4,6 liegt das blaue dissoziierte Anion vor.
Zwischen pH 3,1 – 4,5 liegt eine grüne Mischfarbe vor.
Der Teststreifen enthält Bromphenolblau und einen Puffer von pH 3,0.
Bei einem pH- Wert von 3,0 liegen Albumine in protonisierter Form vor. Diese reagieren mit dem Anion des Bromphenolblaus, es entstehen Salze. Die Intensität der grünen Mischfarbe ist von der Proteinkonzentration abhängig. Als Protein – Lösung wird mit Kochsalzlösung verdünntes Eiklar eingesetzt.
Im Harn wird das Eiweiß als Albumin ausgeschieden. Die zu untersuchende Probe wird zunächst mit einer Pufferlösung von pH 3 versetzt. Bei diesem pH-Wert liegt das Albumin protonisiert vor, das heißt an die Aminogruppe ist das Hydronium – Ion (NH3+) gebunden.
Bromphenolblau
H-Ind → H+ + Ind –
pH < 3,0 gelb. pH > 4,6 blau
R – NH3 + + Ind– → Blaugrünes Salz
6. Nachweis von Nitrit
Nitrat wird mit der Nahrung aufgenommen und unverändert mit dem Urin wieder ausgeschieden. Verschiedene Bakterien, welche auch Infekte der Harnwege verursachen, reduzieren Nitrat zu Nitrit. Dies wird mit der Grieß-Reaktion nachgewiesen. Sulfanilsäure wird durch salpetrige Säure diazotiert und die entstandene Diazo- Verbindung bildet mit einem aromatischen Amin (Naphthylethylendiammoniumdichlorid) einen roten Azofarbstoff.
7. Nachweis von Aceton
Beim Abbau von Fetten im Organismus entsteht Aceton (Citrat-Zyklus). Bei einem erhöhten Fettabbau, welcher beim diabetischen Koma, aber auch bei Hungerkuren vorkommt, wird Aceton in nennenswerten Mengen über den Urin ausgeschieden. Der positive Nachweis von Aceton ist beim Diabetiker ein Alarmzeichen, bei Hungerkuren ein Zeichen des Erfolges.
Der Nachweis erfolgt mit der Probe nach Legal.
Aceton reagiert mit Salpetrige Säure, es entsteht Isonitrosoaceton (Kondensationsreaktion)
Salpetrige Säure entsteht beim Auflösen von Natriumnitroprussud in Wasser
Diese reagiert in weiterem Natriumnitroprussid (Natriumpentacyanonitrosylferrat), es entsteht ein violetter Farbkomplex. Gleichzeitig wird das im Nitroprussid vorliegende dreiwertige Eisen zum zweiwertigen reduziert.
8. Prinzip Universalindikator
Auf dem Harnteststreifen ist ein Testfeld zur Bestimmung des pH-Wertes integriert. Für manche diagnostische Fragestellungen ist der pH- Wert wichtig. So ist der bei einem Harnweginfekt der Urin alkalisch, nach massivem Fleischverzehr sauer. Der pH- Bereich ist von pH5 bis pH 8 eingegrenzt, Werte außerhalb mit dem Leben nicht vereinbar. Hier geht es darum, das Wesen eines Universalindikators zu ergründen.
Zunächst wird der Umschlagsbereich der Indikatoren Methylrot und Bromthymolblau ermittelt, indem die Indikatoren zu Pufferlösungen von pH 1 – 12 gegeben werden und die entstehende Farbe notiert wird.
Methylrot schlägt von pH 4,4 – 6,2 von rotviolett nach gelborange um
Bromthymolblau schlägt von pH 6,0 – 7,6 von gelb nach blau um
Methylrot von pH 4,5 bis pH 6,1 Mischfarben rot nach gelb (orange)
Bromthymolblau von pH 6,1 bis pH 7,5 Mischfarben gelb nach blau (grün)
Bei pH 6 ist Methylrot und Bromthymolblau gelb
Indikator pH 4 pH 5 pH 6 pH 7 pH 8
Methylrot rotviolett orange gelb gelb gelb
Bromthymolblau gelb gelb gelb grün blau
Resultante orangerot orangegelb gelb gelbgrün grün
9. Bestimmung der Nachweisgrenze
In einem alten Experimentierbuch von Hermann Römpp „Chemische Experimente, die gelingen“ wurde das Experiment „Nachweis eines sechshunderttausendstel Gramm Eisen“ beschrieben. Dies ist ein einfacher Versuch zur Bestimmung der Nachweisgrenze.
Die Nachweisgrenze einer chemischen Reaktion kann man nicht berechnen, sie muss experimentell ermittelt werden.
Die Erfassungsgrenze ist die kleinste, nachweisbare Menge eines Stoffes in Mikrogramm.
Die Grenzkonzentration D (dilution limit) ist die geringste Konzentration, bei der noch ein Nachweis ohne Anreicherung möglich ist.
Erfassungsgrenze (in Mikrogramm)
D = ——————————————–
Arbeitsvolumen (in ml) * 10 6
Die Angabe erfolgt heute meist als Empfindlichkeitsexponent. Es ist der dekadische Logarithmus (pD Wert) der Grenzkonzentration.
Die Bestimmung erfolgt experimentell mit nachfolgender Methode:
Es wird eine Verdünnungsreihe derart angesetzt, dass eine Stammlösung (1000 mg/l) stufenweise 1: 10 (1ml Stammlösung + 9 ml Wasser) verdünnt wird. Mit 1 ml dieser Verdünnung wird die Reaktion durchgeführt, solange, bis das Ergebnis der Reaktion nicht mehr eindeutig erkennbar ist.
Röhrchen Konzentration der Lösung
mg/l mg/ml g/ml
1 1000 1,0 1000
2 100 0,1 100
3 10 0,01 10
4 1 0,001 1
5 0,1 0,0001 0,1
6 0,01 0,00001 0,01
Experimentieranleitungen
Chemie des Harnteststreifens
erforderliche Hilfsmittel:
Tüpfelraster oder Tüpfelplatte,5 Zellkulturplatte aus Polystyrol mit 12 Vertiefungen oder 5 x Erlenmeyerkolben 100 ml enger Hals und Reagenzglas 15 x 160 mm,
Glucose-Lösung 5 %, Glucose-Teststreifen, Ascorbinsäure-Lösung 5 %, Fructose-Lösung 5% Maltose-Lösung 5 %, Natriumhydroxid, Kupfersulfat- Zitronensäure -Verreibung 1 + 3
Gelatine, Bromphenolblau – Puffer – Lösung,
Natriumnitrit-Lösung 0,1 % frisch herstellen, Essigsäure 25 %, Nitrit-Reagenz:
Aceton-Lösung 5 %, Aceton-Reagenz Puffer-Lösungen pH 1 – 12, Methylrot-Lösung 0,05 %, Bromthymolblau-Lösung 0,05 %,
Medizin-Indikator
Durchführung:
1. Nachweis von Glucose mit Teststreifen
1 Tropfen Glucose-Lösung auf Glucose-Teststreifen tropfen, oder eintauchen
1 Tropfen Wasser (negative Kontrolle) auf Glucose – Teststreifen tropfen oder eintauchen
2. Störung des Nachweises von Glucose mit Teststreifen durch Ascorbinsäure
je 1 Tropfen Glucose-Lösung und 1 Tropfen Ascorbinsäure-Lösung mischen
Und auf Glucose-Teststreifen tropfen, oder eintauchen
3. Spezifität des enzymatischen Nachweises von Glucose
je 1 Tropfen Glucose-Lösung, Fructose-Lösung und Maltose-Lösung
auf Glucose-Teststreifen tropfen, oder eintauchen
4. keine Spezifität von Reduktionsproben (Fehling-Probe)
Alternative Fehling – Probe ohne Brenner:
In einer Zellkulturplatte aus Polystyrol oder in ein Reagenzglas wird die zu prüfende Lösung eingefüllt, und mit Kupfersulfat – Zitronensäure – Mischung versetzt. Durch Zugabe von 2 – 3 Natriumhydroxid – Plätzchen wird die Reaktion gestartet. In die Zellkulturplatte werden 10 Tropfen Probelösung eingefüllt, in das Reagenzglas 1 – 2 ml, d. h. maximal 1 cm hoch-
Glucose-Lösung, Fructose-Lösung Maltose-Lösung und Wasser (Blindprobe) einfüllen
1 Spatel-Spitze Kupfersulfat-Zitronensäure-Verreibung zugeben, mischen
2 – 3 Plätzchen Natriumhydroxid zugeben
mischen
5. Proteinnachweis Prinzip Eiweißfehler von pH-Indikatoren
auf Tüpfelraster (weiße Unterlage) geben:
negative Kontrolle: Wasser
positive Kontrolle: 1 Spatelspitze Gelatine mit 3 Tropfen Wasser mischen
kurz stehen lassen
2 Tropfen Bromphenolblau8 – Puffer – Lösung zugeben und mischen
1 Spatelspitze Gelatine mit 3 Tropfen Wasser mischen kurz stehen lassen
Bestimmung der Nachweisgrenze (Allgemeine Durchführung)
erforderliche Hilfsmittel:
Sechs 10 ml Augentropfenflaschen aus Glas oder Kunststoff mit Schraubkappe und Tropfeinsatz, Tuberkulin – oder 1 ml Insulinspritzen, Messpipetten oder Messzylinder 10 ml
Tüpfelplatte oder Tüpfelraster
Durchführung: generelles Vorgehen
Herstellung der Verdünnungsreihe
6 Augentropfenflaschen mit 1 – 6 beschriften
in Gefäß 2 – 6 je 9 ml Wasser einfüllen
in Gefäß 1 10 ml Stammlösung (1000 mg/l) einfüllen
aus Gefäß 1 1ml entnehmen und in Gefäß 2 geben,
gut mischen
aus Gefäß 2 1 ml entnehmen und in Gefäß 3 geben
bis Gefäß 6 wiederholen
Flasche mit Tropfeinsatz verschließen
Nachweisreaktion, allgemein
Aus den Gefäßen werden die entsprechenden Volumina Verdünnung entnommen und, wie vorgeschrieben, mit den entsprechenden Nachweisreagenzien versetzt. Die Nachweisgrenze entspricht der jeweiligen Konzentration, wo noch ein erkennbarer Effekt (Färbung oder Trübung) gegenüber der Blindprobe auftritt.
Sie kann an den entsprechenden Röhrchen in mg /l abgelesen werden.
Röhrchen Konzentration der Lösung
mg/l mg/ml g/ml
1 1000 1,0 1000
2 100 0,1 100
3 10 0,01 10
4 1 0,001 1
5 0,1 0,0001 0,1
6 0,01 0,00001 0,01
Da 2 Tropfen, d. h. 0,1 ml eingesetzt werden, kann daraus die Stoffmenge ermittelt werden.
Sie ergibt sich aus der Konzentration in g/ml dividiert durch 10
Wichtig, hier ist ein ganz exaktes Arbeiten erforderlich!
ganz saubere Gefäße verwenden wegen der Gefahr von Verschleppungsfehlern
für die stufenweise Verdünnung entweder immer eine neue Spritze verwenden, oder die
Spritze mehrfach spülen, das heißt Lösung mehrfach aufziehen und wieder in das Gefäß
zurückgeben
6. Nachweis von Nitrit
auf Tüpfelraster (weiße Unterlage) geben:
negative Kontrolle: Wasser
positive Kontrolle: Natriumnitrit – Lösung
zu allen Proben je 1 – 2 Tropfen Essigsäure geben
1 Stevia – Löffel Nitrit – Reagenz zugeben, mischen
Bestimmung der Nachweisgrenze von Nitrit – Ionen
erforderliche Hilfsmittel:
Nitrit- Standard 1000 mg/l, Nitrit – Reagenz
Durchführung
Nachweis mit Grieß – Reagenz
auf Tüpfelraster (weiße Unterlage) geben:
je 2 Tropfen der Verdünnungen 1 – 6: (Nitrit – Standard)
zu allen Proben 1 – 2 Tropfen Essigsäure geben
1Stevia – Löffel Nitrit – Reagenz zugeben, und mischen
5 min einwirken lassen
Nitrit positiv rotviolett, Nitrit negativ keine Veränderung
notieren, bis zu welcher Verdünnung eine Veränderung auftritt
7. Nachweis von Aceton
auf Tüpfelraster (weiße Unterlage) geben:
negative Kontrolle: Wasser
positive Kontrolle: Aceton – Lösung
1 Stevia – Löffel Aceton – Reagenz zugeben, mischen und 5 min warten
Bestimmung der Nachweisgrenze von Aceton
erforderliche Hilfsmittel:
Aceton- Standard 1000 mg/l, 1,26 ml Aceton werden mit Wasser zu 1000 ml aufgefüllt, frisch herstellen, Aceton – Reagenz
Durchführung
auf Tüpfelraster (weiße Unterlage) geben:
je 2 Tropfen der Verdünnungen 1 – 6: (Nitrit – Standard)
1 Stevia – Löffel Aceton – Reagenz zugeben, und mischen
5 min einwirken lassen
notieren, bis zu welcher Verdünnung eine Veränderung auftritt
8. Prinzip Universalindikator
auf Tüpfelraster (weiße Unterlage) geben:
Puffer pH 1 – 12 in 3 Reihen untereinander tropfen (senkrecht)
erste Reihe 1 Tropfen Methylrot – Lösung (waagerecht)
zweite Reihe 1 Tropfen Bromthymolblau – Lösung (waagerecht)
dritte Reihe 1 Tropfen Medizin – Indikator (waagerecht)
auftretende Farben notieren
Ergebnisse:
1. Nachweis von Glucose mit Teststreifen
negativ: keine Veränderung
positiv: Verfärbung des Testfeldes entsprechend Farbskale meist grün oder blau
2. Störung des Nachweises von Glucose mit Teststreifen durch Ascorbinsäure
bei Glucose Farbveränderung
bei Glucose und Ascorbinsäure keine Veränderung
3. Spezifität des enzymatischen Nachweises von Glucose
negativ: keine Veränderung des Testfeldes bei den anderen Kohlenhydraten
positiv: nur bei Glucose Farbumschlag auf dem Testfeld
4. keine Spezifität von Reduktionsproben (Fehling-Probe)
negativ: keine Veränderung bei Wasser
positiv: bei allen Kohlenhydraten
5. Proteinnachweis Prinzip Eiweißfehler von pH-Indikatoren
negativ: keine Veränderung
positiv: Farbumschlag nach blau bei Gelatine
6. Nachweis von Nitrit
negativ: keine Veränderung
positiv: Farbumschlag nach rotviolett
Nachweisgrenze: 0,1 mg/l
7. Nachweis von Aceton
negativ: keine Veränderung
positiv: weißer Niederschlag
Nachweisgrenze: 100 mg/l
8. Prinzip Universalindikator
Mischfarben im pH – Bereich von pH 5 – 8
Hinweise:
Nachweis von Glucose mit Teststreifen
Dose nach Entnahme der Teststreifen sofort verschließen, keine Feuchtigkeit an die Teststreifen in der Dose kommen lassen, Teststreifen werden durch Feuchtigkeit unbrauchbar!
2. Störung des Nachweises von Glucose mit Teststreifen durch Ascorbinsäure
An diesem Beispiel wird anschaulich die Problematik und Gefährlichkeit des falsch negativen Nachweises anschaulich und alltagsbezogen demonstriert.
3. Spezifität des enzymatischen Nachweises von Glucose
Der analytische Begriff der Spezifität kann an diesem Beispiel gut dargestellt werden.
4. keine Spezifität von Reduktionsproben (Fehling-Probe)
Mittels Fehling – Test kann nicht nur Traubenzucker nachgewiesen werde, alle reduzierenden Stoffe reagieren gleichfalls, so auch Ascorbinsäure.
5. Proteinnachweis Prinzip Eiweißfehler von pH-Indikatoren
Dieses Verfahren erlaubt die Erkennung geringster Eiweißkonzentrationen. Dies ist vor allem für die Erkennung von Nierenfunktionsstörungen bedeutsam. Für den Chemie – und Biologieunterricht ergibt sich eine neue Nachweismethoden, wo keine eingestuften Gefahrstoffe erforderlich sind.
6. Nachweis von Nitrit
Der Nachweis von Nitrit – Ionen mit Grieß – Reagenz ist ein Verfahren, um geringe Nitrit – Konzentrationen nachzuweisen. Hier wird ein stabiles. jahrelang haltbares Reagenz vorgestellt
A7. Nachweis von Aceton
Der Nachweis von Ketonen mit Nitroprussid – Natrium ist in der Schulpraxis möglich, aber nicht ganz unproblematisch. Das Reagenz ist akut toxisch und die Lösung nicht haltbar. Hier wird eine stabile, jahrelang haltbare Alternative vorgestellt.
A8. Prinzip Universalindikator
Mit diesem Experiment kann ganz einfach mal das Prinzip eines Universalindikators anschaulich dargestellt werden. Universalindikatoren werden war oft eingesetzt für Experimente, aber nähere Informationen sind kaum vorhanden. Die Hersteller geben keine Zusammensetzung bekannt.
Herstellungsvorschriften für die Reagenzien
Aceton-Reagenz :
0,25 g Natriumnitroprussid wird in einer Reibschale mit 50 g Ammoniumsulfat und 50 g wasserfreien Natriumcarbonat sorgfältig miteinander verrieben.
Bromphenolblau – Lösung:
0,1 g Bromphenolblau werden in 20 ml Ethanol (Brennspiritus) gelöst und zu 100 ml mit Wasser aufgefüllt. Alternativ ist es möglich, entweder 100 mg Bromphenolblau – Natriumsalz
bzw. 100 mg Bromphenolblau mit 1,5 ml Natronlauge 0,1 mol/l verreiben und mit Wasser zu 100 ml aufzufüllen
Bromphenolblau-Puffer-Lösung:
In einem 1000 ml Maßkolben werden 8,47 g Zitronensäure-Monohydrat in 250 ml Wasser gelöst. 3,49 g Natriumchlorid werden darin gelöst. Nach Zusatz von 20,6 ml Natronlauge
(c = 1 mol/l) und 10 ml Bromphenolblau-Lösung wird mit Wasser zu1000 ml aufgefüllt.
Bromthymolblau – Lösung:
0,1 g Bromthymolblau werden in 20 ml Ethanol (Brennspiritus) gelöst und zu 100 ml mit Wasser aufgefüllt. Alternativ ist es möglich, entweder 100 mg Bromthymolblau – Natriumsalz bzw. 100 mg Bromthymol mit 1,6 ml Natronlauge 0,1 mol/l verreiben und mit Wasser zu 100 ml aufzufüllen
Essigsäure 25 %:
25 ml Eisessig werden mit Wasser zu 100 ml aufgefüllt.
Kupfersulfat – Zitronensäure-Verreibung (Fehling – alternativ):
10 g Kupfersulfat 5 Hydrat wird mit 30 g Zitronensäure sorgfältig miteinander in einer Reibschale verrieben. Zitronensäure kann durch die gleiche Masse Weinsäure ersetzt werden.
Medizin-Indikator:
28 mg Methylrot und 100 mg Bromthymolblau werden in 100 ml Ethanol (Brennspiritus) gelöst. Die gleichen Massen der Natriumsalze können mit Wasser gelöst und zu 100 ml aufgefüllt werden. Alternativ werden 28 mg Methylrot mit 1,04 ml Natronlauge 0,1 mol/l und 100 mg Bromthymolblau mit 1,5 ml Natronlauge 0,1 mol/l verreiben werden.
Methylrot – Lösung:
0,1 g Methylrot werden in 20 ml Ethanol (Brennspiritus) gelöst und zu 100 ml mit Wasser aufgefüllt. Es ist auch möglich 100 mg Methylrot-Natriumsalz, alternativ 100 mg Methylrot und 3,72 ml Natronlauge 0,1 mol/l verreiben, in Wasser zu lösen und mit Wasser zu 100 ml aufzufüllen.
Nitrit-Reagenz:
0,3 g Naphthylethylendiammoniumdichlorid, 1,5 g Sulfanilsäure und 100 g Natriumchlorid werden sorgfältig miteinander in einer Reibschale verrieben. Das Reagenz wird in einer dicht verschlossenen Flasche aus braunem Glas aufbewahrt. Das Reagenz ist sehr empfindlich gegenüber Feuchtigkeit, deshalb nur mit einem absolut trockenen Spatel entnehmen. Feuchtigkeit macht das Reagenz unbrauchbar!!! Reagenz wird nach längerer Lagerung dunkler, bleibt aber verwendbar.
Pufferlösungen
pH 1 – 13 (1 pH -Einheit)
Die angegebenen Substanzen sind in Wasser zu lösen und auf 1000 ml aufzufüllen.
pH – Wert Substanzen auf 1000 ml auffüllen
pH 1,00: 3,73 g Kaliumchlorid und 134 ml 1 mol/l Salzsäure
pH 2,00: 6,43 g Citronensäure – Monohydrat, 3,58 g Natriumchlorid
und 8,2 ml 1 mol/l Salzsäure
pH 3,00: 8,47 g Citronensäure – Monohydrat, 3,49 g Natriumchlorid
und 20,6 ml 1 mol/l Natronlauge
pH 4,00: 11,76 g Citronensäure – Monohydrat, 2,57 g Natriumchlorid
und 68,0 ml 1 mol/l Natronlauge
pH 5,00: 20,26 g Citronensäure -Monohydrat und 194,6 ml 1 mol/l Natronlauge
pH 6,00: 12,53 g Citronensäure – Monohydrat und 159,6 ml 1 mol/l Natronlauge
pH 7,00: 3,52 g Kaliumdihydrogenphosphat und 7,26 g Dinatriumhydrogenphosphat –
2 Hydrat
pH 8,00: 4,77 g Natriumtetraborat – 10hydrat und 20,5 ml 1 mol/l Salzsäure
pH 9,00: 4,77 g Natriumtetraborat – 10hydrat und 4, 6 ml 1 mol/l Salzsäure
pH 10,00: 4,77 g Natriumtetraborat – 10hydrat und 18,3 ml 1 mol/l Natronlauge
pH 11,00: 3,84 g Glycin, 2,99 g Natriumchlorid und 48,9 ml 1 mol/l Natronlauge
pH 12,00: 3,42 g Glycin, 2,67 g Natriumchlorid und 54,5 ml 1 mol/l Natronlauge
pH 13,00: 0,375 g Glycin, 0,222 g Natriumchlorid und 95,0 ml 1 mol/l Natronlauge
Alternative ohne Borverbindungen
pH 8,00: 3,277 g Tris-Puffer und 173 ml 1 mol/l Salzsäure
pH 9,00: 0,605 g Tris-Puffer und 195 ml 1 mol/l Salzsäure
pH 10,00: 4,72 g Glycin, 3,68 g Natriumchlorid und 37 ml 1 mol/l Natronlauge
Literatur
Ahrens, G.
Die Urinanalyse
1966, Leipzig, Ambrosius Barth Verlag
Benzer, B., Fleischer, H., Kimling, H., Koller, P.U., Peters, M., Rey, H.-G.
Kleine Teststreifen – Fibel
1977, Mannheim, Firmenschrift der Boehringer Mannheim GmbH
Kutter, D.
Schnelltests für den praktischen Arzt und das klinische Laboratorium
1967, Berlin. München, Wien, Urban & Schwarzenberg
Neymeyer, H.-G.
Ausgewählte Tests zur dringlichen Diagnostik
Studienmaterial zur Weiterbildung Medizinisch technischer Laborassistenten
Beilage der „Zeitschrift für medizinische Laboratoriumsdiagnostik“1987 (28) Heft 1
Teichmann, W.
Untersuchungen von Harn und Konkrementen
1980, Berlin (Ost) VEB Verlag Volk und Gesundheit
Thiele, H – J.
Klinische Chemie Praktikum
1975, Berlin (Ost) VEB Verlag Volk und Gesundheit
Workshop
1. Nachweis von Glucose mit Teststreifen
2. Störung des Nachweises von Glucose mit Teststreifen durch
Ascorbinsäure
3. Spezifität des enzymatischen Nachweises von Glucose
4. keine Spezifität von Reduktionsproben (Fehling-Probe)
5. Proteinnachweis Prinzip Eiweißfehler von pH-Indikatoren
6. Nachweis von Nitrit
7. Nachweis von Aceton
8. Prinzip Universalindikator
9. Bestimmung der Nachweisgrenze
Workshop
erforderliche Hilfsmittel:
Tüpfelraster oder Tüpfelplatte,
5 Zellkulturplatte aus Polystyrol mit 12 Vertiefungen
alternativ
5 Erlenmeyerkolben 100 ml enger Hals
und Reagenzglas 16 x 160 mm,
Glucose-Lösung 5 %,
Glucose-Teststreifen,
Ascorbinsäure-Lösung 5 %,
Fructose-Lösung 5%
Maltose-Lösung 5 %,
Natriumhydroxid,
Kupfersulfat- Zitronensäure -Verreibung 1 + 3
Gelatine,
Bromphenolblau – Puffer – Lösung,
Natriumnitrit-Lösung 0,1 % frisch herstellen,
Essigsäure 25 %,
Nitrit-Reagenz:
Aceton-Lösung 5 %,
Aceton-Reagenz
Puffer-Lösungen pH 1 – 12,
Methylrot-Lösung 0,05 %,
Bromthymolblau-Lösung 0,05 %,
Medizin-Indikator
1. Nachweis von Glucose mit Teststreifen
1 Tropfen Glucose-Lösung auf Glucose-Teststreifen tropfen,
oder eintauchen
1 Tropfen Wasser (negative Kontrolle) auf Glucose – Teststreifen
tropfen oder eintauchen
2. Störung des Nachweises von Glucose mit Teststreifen durch
Ascorbinsäure
je 1 Tropfen Glucose-Lösung und 1 Tropfen Ascorbinsäure-Lösung
Mischen und auf Glucose-Teststreifen tropfen, oder eintauchen
3. Spezifität des enzymatischen Nachweises von Glucose
je 1 Tropfen Glucose-Lösung, Fructose-Lösung und Maltose-
Lösung auf Glucose-Teststreifen tropfen, oder eintauchen
4. keine Spezifität von Reduktionsproben (Fehling-Probe)
Alternative Fehling – Probe ohne Brenner:
In einer Zellkulturplatte aus Polystyrol oder in ein Reagenzglas wird die zu prüfende Lösung eingefüllt, und mit Kupfersulfat – Zitronensäure – Mischung versetzt. Durch Zugabe von 2 – 3 Natriumhydroxid – Plätzchen wird die Reaktion gestartet. In die Zellkulturplatte werden 10 Tropfen Probelösung eingefüllt, in das Reagenzglas 1 – 2 ml, d. h. maximal 1 cm hoch-
Glucose-Lösung, Fructose-Lösung Maltose-Lösung und Wasser
(Blindprobe) einfüllen
1 Spatel-Spitze Kupfersulfat-Zitronensäure-Verreibung zugeben,
mischen
2 – 3 Plätzchen Natriumhydroxid zugeben
mischen
5. Proteinnachweis Prinzip Eiweißfehler von pH-Indikatoren
auf Tüpfelraster (weiße Unterlage) geben:
negative Kontrolle: Wasser
positive Kontrolle: 1 Spatelspitze Gelatine mit 3 Tropfen Wasser
mischen und kurz stehen lassen
2 Tropfen Bromphenolblau8 – Puffer – Lösung zugeben und
mischen
6. Nachweis von Nitrit
auf Tüpfelraster (weiße Unterlage) geben:
negative Kontrolle: Wasser
positive Kontrolle: Natriumnitrit – Lösung
zu allen Proben je 1 – 2 Tropfen Essigsäure geben
1 Stevia – Löffel Nitrit – Reagenz zugeben, mischen
7. Nachweis von Aceton
auf Tüpfelraster (weiße Unterlage) geben:
negative Kontrolle: Wasser
positive Kontrolle: Aceton – Lösung
1 Stevia – Löffel Aceton – Reagenz zugeben, mischen
und 5 min warten
8. Prinzip Universalindikator
auf Tüpfelraster (weiße Unterlage) geben:
Puffer pH 1 – 12 in 3 Reihen untereinander tropfen (senkrecht)
erste Reihe 1 Tropfen Methylrot – Lösung (waagerecht)
zweite Reihe 1 Tropfen Bromthymolblau – Lösung (waagerecht)
dritte Reihe 1 Tropfen Medizin – Indikator (waagerecht)
auftretende Farben notieren
9. Bestimmung der Nachweisgrenze (Allgemeine Durchführung)
erforderliche Hilfsmittel:
Sechs 10 ml Augentropfenflaschen aus Glas oder Kunststoff mit Schraubkappe und Tropfeinsatz, Tuberkulin – oder 1 ml Insulinspritzen, Messpipetten oder Messzylinder 10 ml
Tüpfelplatte oder Tüpfelraster
Durchführung: generelles Vorgehen
Herstellung der Verdünnungsreihe
6 Augentropfenflaschen mit 1 – 6 beschriften
in Gefäß 2 – 6 je 9 ml Wasser einfüllen
in Gefäß 1 10 ml Stammlösung (1000 mg/l) einfüllen
aus Gefäß 1 1ml entnehmen und in Gefäß 2 geben,
gut mischen
aus Gefäß 2 1 ml entnehmen und in Gefäß 3 geben
bis Gefäß 6 wiederholen
Flasche mit Tropfeinsatz verschließen
Nachweisreaktion, allgemein
Aus den Gefäßen werden die entsprechenden Volumina Verdünnung entnommen und, wie vorgeschrieben, mit den entsprechenden Nachweisreagenzien versetzt. Die Nachweisgrenze entspricht der jeweiligen Konzentration, wo noch ein erkennbarer Effekt (Färbung oder Trübung) gegenüber der Blindprobe auftritt.
Sie kann an den entsprechenden Röhrchen in mg /l abgelesen werden.
Röhrchen Konzentration der Lösung
mg/l mg/ml g/ml
1 1000 1,0 1000
2 100 0,1 100
3 10 0,01 10
4 1 0,001 1
5 0,1 0,0001 0,1
6 0,01 0,00001 0,01
Da 2 Tropfen, d. h. 0,1 ml eingesetzt werden, kann daraus die Stoffmenge ermittelt werden.
Sie ergibt sich aus der Konzentration in g/ml dividiert durch 10
Wichtig, hier ist ein ganz exaktes Arbeiten erforderlich!
ganz saubere Gefäße verwenden wegen Gefahr von
Verschleppungsfehlern
für die stufenweise Verdünnung entweder immer eine neue Spritze
verwenden, oder die Spritze mehrfach spülen, das heißt Lösung
mehrfach aufziehen und wieder in das Gefäß zurückgeben
9. 1 Bestimmung der Nachweisgrenze von Nitrit – Ionen
erforderliche Hilfsmittel:
Nitrit- Standard 1000 mg/l, Nitrit – Reagenz
Durchführung
Nachweis mit Grieß – Reagenz
auf Tüpfelraster (weiße Unterlage) geben:
je 2 Tropfen der Verdünnungen 1 – 6: (Nitrit – Standard)
zu allen Proben 1 – 2 Tropfen Essigsäure geben
1Stevia – Löffel Nitrit – Reagenz zugeben, und mischen
5 min einwirken lassen
Nitrit positiv rotviolett, Nitrit negativ keine Veränderung
notieren, bis zu welcher Verdünnung eine Veränderung auftritt
9.2 Bestimmung der Nachweisgrenze von Aceton
erforderliche Hilfsmittel:
Aceton- Standard 1000 mg/l, 1,26 ml Aceton werden mit Wasser zu 1000 ml aufgefüllt, frisch herstellen, Aceton – Reagenz
Durchführung
auf Tüpfelraster (weiße Unterlage) geben:
je 2 Tropfen der Verdünnungen 1 – 6: (Nitrit – Standard)
1 Stevia – Löffel Aceton – Reagenz zugeben, und mischen
5 min einwirken lassen
notieren, bis zu welcher Verdünnung eine Veränderung auftritt
Labormedizin im Chemieunterricht,
oder
Harnteststreifen als Quelle neuer experimenteller Ideen
Wolfgang Proske, Robert Gintrowicz, Martin Schwab
Einleitung
Labormedizin, ein erster Einstieg
Die Bedeutung von Laboruntersuchungen in der ärztlichen Praxis
Anamnese und körperliche Untersuchung als Entscheidungskriterium für Laboruntersuchungen
Der Check – up der gesetzlichen Krankenkassen
Harnanalytik mit Teststreifen
Chemische Grundlagen der Nachweisreaktionen
Einleitung
Alltagsbezug,
Laboruntersuchungen beim Arztbesuch
persönliche Erfahrungen
Untersuchungen von Harn und Blut sind medizinischer Standard
Integration von Alltagserfahrungen in den MINT – Unterricht
Aufbereitung medizinischer Kontexte für den Chemie – und
Biologieunterricht
Entwicklung von Modellexperimenten zu Nachweisverfahren
von ausgewählten Parametern von Harnteststreifen
Labormedizin, ein erster Einstieg
Fachgebiete
Klinische Chemie
Hämatologie
Hämostaseologie (Blutgerinnung)
Blutgruppenserologie
Endokrinologie
Immunologie
Mikrobiologie
Humangenetik
Pathologie
Die Bedeutung von Laboruntersuchungen in der ärztlichen Praxis
objektive Befunde
Diagnostik im Frühstadium
Beurteilung des Therapieerfolges
Differentialdiagnostik
Verlaufskontrolle von Erkrankungen
Abklärung unklarer Prozesse
rechtzeitige Erkennung abwendbar gefährlicher Verläufe
Anamnese und körperliche Untersuchung als Entscheidungskriterium für Laboruntersuchungen
Robert
kurz und knapp Erhebung Anamnese und Prinzip der körperlichen Untersuchung (Inspektion, Palpation, Perkussion und Auskultation) eingehen
Anamnese und körperliche Untersuchung als Entscheidungskriterium für Laboruntersuchungen
Vorschlag Wolfgang
Anamnese: strukturiertes Gespräch über Anlass der Konsultation
Körperliche Untersuchung
Stellenwert für die Diagnostik
60 % aller Diagnosen durch sorgfältige Anamnese, weitere
25 % aller Diagnosen durch sorgfältige Untersuchung, nur
15 % aller Diagnosen erfordern zusätzlichen technischen Aufwand!
Die Erhebung der Anamnese
untergliedert sich in:
Jetztanamnese, Anlass der Konsultation
Eigenanamnese, Vorerkrankungen, Unfälle, Operationen
Familienanamnese, Krankheiten in der Familie
Sozialanamnese berufliche und soziale Entwicklung
Allgemeinanamnese, z.B. Schlaf, Konsum Genussmittel,
Medikamente
Die körperliche Untersuchung
Sie untergliedert sich in:
Inspektion (Besichtigen) Hippokrates 460 – 377
Palpation (Abtasten) von Kos 4. Jahrhundert v. Chr.
Perkussion (Abklopfen) Auenbrugger 1761
Auskultation (Abhören) Laennec 1818
Der Check – up der gesetzlichen Krankenkassen
Wolfgang bzw. Robert
Der Check – up gliedert sich in:
Anamneseerhebung,
körperliche Untersuchung
Laboruntersuchungen.
Laboruntersuchungen im Rahmen eines Check – up
Harnuntersuchungen
Parameter Bedeutung
Glucose Diabetes mellitus
Eiweiß Nierenerkrankungen
Gallenfarbstoffe Krankheiten Leber und Galle
Erythrozyten und Leukozyten Krankheiten Niere und Blase
Blutuntersuchungen
Parameter Bedeutung
Blutsenkung Entzündungen
Glucose Diabetes mellitus
Harnsäure Gicht
Transaminasen Lebererkrankungen
Cholesterin und Trigyceride Fettstoffwechselstörungen
Harnanalytik mit Teststreifen Wolfgang bzw. Robert
Schwerpunkte der Harnanalyse in der Medizin:
Früherkennung und Überwachung von Diabetes
Glucose, Keton, Ascorbinsäure
Erkennung von Funktionsstörungen und Infektionen der Nieren
und des Urogenitaltraktes
pH – Wert, Blut, Protein, Nitrit, Leukozyten, Dichte,
Erkennung und Verlaufskontrolle von Erkrankungen der Leber und
der Gallenblase
Bilirubin, Urobilinogen (Gallenfarbstoffe)
Harnteststreifen in der Schule,
warum können diese für den Chemieunterricht relevant sein? Martin
moderne Technologie, andere Nachweisverfahren, die durchaus
schulrelevant in einem anderen Kontext sein können,
Anregungen für den experimentellen Chemie und
Biologieunterricht (Schülerexperimente im Microscale – Maßstab)
Fotos:
Harnteststreifen Macherey – Nagel
Farbskalen Homepage Macherey – Nagel
Chemische Grundlagen der Nachweisreaktionen
Für den Chemieunterricht sind folgende Parameter interessant:
Glucose
Enzymatischer Nachweis.
Glucose + Glucose – Oxidase → Gluconsäure +Wasserstoffperoxid Chromogen + Wasserstoffperoxid → Farbstoff
Farbintensität ist abhängig von der Glucose-Konzentration
Aceton
Probe nach Legal.
Aceton reagiert mit Salpetriger Säure, es entsteht Isonitrosoaceton (Kondensationsreaktion). Salpetrige Säure entsteht beim Auflösen von Natrium – Nitroprussid in Wasser
Diese reagiert in weiterem Natriumnitroprussid (Natriumpentacyanonitrosylferrat), es entsteht ein violetter Farbkomplex. Gleichzeitig wird das im Nitroprussid vorliegende dreiwertige Eisen zum zweiwertigen reduziert.
Ascorbinsäure
Ascorbinsäure Reduktionsmittel, inaktiviert Glucoseoxidase
Anwesenheit von Ascorbinsäure falsch negatives Resultat
Nachweis mit Tilmanns – Reagenz (Dichlorphenolindophenol)
pH – Wert
Testfeld enthält die Indikatoren Methylrot und Bromthymolblau
pH – Wertmessungen von pH 5 – 8
Prinzip Universalindikator
Durch Mischung geeigneter pH – Indikatoren lässt sich der Anzeigebereich erweitern
Methylrot schlägt von pH 4,4 – 6,2 von rotviolett nach gelborange um
Bromthymolblau schlägt von pH 6,0 – 7,6 von gelb nach blau um
Methylrot (MR)
von pH 4,5 bis pH 6,2 Mischfarben rot nach gelb (orange)
Bromthymolblau (BTB)
von pH 6,1 bis pH 7,5 Mischfarben gelb nach blau (grün)
Bei pH 6 ist Methylrot und Bromthymolblau gelb
Indikator pH 4 pH 5 pH 6 pH 7 pH 8
MR rotviolett orange gelb gelb gelb
BTB gelb gelb gelb grün blau
Resultat orangerot orangegelb gelb gelbgrün grün
Protein
Prinzip Eiweißfehler von pH-Indikatoren
Bromphenolblau
bei pH-Wert < 3,0 gelb (nicht dissoziierte Säure)
bei pH-Wert > 4,6 blau (dissoziiertes Anion)
Zwischen pH 3,1 – 4,5 grüne Mischfarbe
Teststreifen enthält Bromphenolblau und einen Puffer von pH 3,0.
bei pH- Wert von 3,0 Albumine protonisiert (NH3+)
Sie reagieren mit dem Bromphenolblaus – Anion,
es entstehen Salze
Intensität der Mischfarbe ist von Proteinkonzentration abhängig
Im Harn wird das Eiweiß als Albumin ausgeschieden. Die zu untersuchende Probe wird zunächst mit einer Pufferlösung von pH 3 versetzt. Bei diesem pH-Wert liegt das Albumin protonisiert vor, das heißt an die Aminogruppe ist das Hydronium – Ion (NH3+) gebunden.
Bromphenolblau
H-Ind → H+ + Ind –
pH < 3,0 gelb pH > 4,6 blau
R – NH3 + + Ind– → blaugrünes Salz
Nitrit
Grieß-Reaktion
Sulfanilsäure wird durch salpetrige Säure diazotiert und die entstandene Diazo- Verbindung bildet mit einem aromatischen Amin (Naphthylethylendiammoniumdichlorid) einen roten Azofarbstoff.
Was ist für den Chemieunterricht neu?
Glucose
Problematik spezifischer und unspezifischer Nachweis
Aceton
haltbares Reagenz, kein Gefahrstoff
Nachweis von Carbonylgruppen
Bestimmung der Nachweisgrenze
Ascorbinsäure
Problematik falsch negativer Nachweis
pH – Wert
Prinzip Universalindikator
Protein
Nachweisprinzip Proteinfehler
Nitrit
haltbares Reagenz, kein Gefahrstoff,
Bestimmung der Nachweisgrenze
Bestimmung der Nachweisgrenze
Die Grenzkonzentration D (dilution limit) ist die geringste Konzentration, wo noch ein Nachweis ohne Anreicherung möglich ist.
Erfassungsgrenze (in Mikrogramm)
D = ——————————————–
Arbeitsvolumen (in ml) * 10 6
Ansetzen der Verdünnungsreihe
Bestimmung erfolgt experimentell mit nachfolgendem Schema:
stufenweise Verdünnung im Verhältnis 1 + 9
Gefäß 1: 10 ml Stammlösung 1000 mg/l vorlegen
Gefäß 2 – 6: 9 ml Wasser vorlegen
aus Gefäß 1 1 ml in Gefäß 2 geben, gut mischen
aus Gefäß 2 1 ml entnehmen, in Gefäß 3 geben, gut mischen
wiederholen bis Gefäß 6
Röhrchen Konzentration der Lösung
mg/l mg/ml g/ml
1 1000 1,0 1000
2 100 0,1 100
3 10 0,01 10
4 1 0,001 1
5 0,1 0,0001 0,1
6 0,01 0,00001 0,01
Bestimmung der Nachweisgrenze
Nachweisreaktion mit allen Verdünnungen durchführen
notieren, bis zu welchem Röhrchen ein Effekt erkennbar ist
Konzentration aus Tabelle entnehmen
